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Wie aus der Reise auf dem Sternenweg, eine Reise wurde, wo wir hinkommen steht in den Sternen

M&N_on_Tour

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Normalerweise wollten wir uns dieses Jahr auf den Weg nach Santiago de Compostela machen, alle Unterkünfte waren gebucht die Routen der einzelnen Tagesetappen geplant. Aber dann kam dieser Virus in unser Leben und alles ordnete sich dem unter. Kurzfristig hatten wir wieder die Hoffnung, dass wir die Reise doch noch antreten könnten, im Sommer wurden die Reisebeschränkungen innerhalb der EU aufgehoben. Zwei Wochen vor dem Start erklärte das RKI dann drei der vier Grenzregionen Spaniens zu Frankreich zu Risikogebieten, damit wäre nur noch das Baskenland für den Transfer ohne anschließende Quarantäne möglich gewesen. Das war für uns nicht der entscheidende Punkt, die Reise nicht anzutreten. Als größere Gefahr sahen wir, dass die französische Regierung die Grenze zu Spanien schließt und wir dann in Spanien festsitzen würden. Wie schnell das geht durften wir ja im März in Portugal erleben. Ehrlich gesagt hatte ich auch keine Lust dann auf abgeschiedenen Schmugglerpfaden die Grenze nach Frankreich zu überqueren. Der neue LED Scheinwerfer wäre dann bestimmt nicht von Vorteil gewesen.

Es musste also ein neuer Plan her, denn Zuhause wollten wir auch nicht bleiben. Warum also nicht in Frankreich bleiben. Dort gibt es auch schöne Ecken und es ist unser direktes Nachbarland. Die Frage war, wo soll es hingehen. Die ersten vier Tagesetappen würden uns bis an den Rand der Pyrenäen bringen. Vernünftige Touren führen aber oft hinüber nach Spanien. Also wurden kurzfristig und schweren Herzens alle Unterkünfte bis auf die ersten drei storniert.

Der erste Tag war als reine Anfahrtsetappe geplant und damit 520km lang und bringt uns bis nach Aydoilles. Das ist eine kleine Gemeinde in der Nähe von Epinal. Geplant war eine Fahrt auf der BAB bis hinter Köln dann ein Stück über die Landstraße bis Trier. Bei Merzig wollten wir dann die Grenze nach Frankreich überqueren dann Kurs Süd zum Ziel. Soweit der Plan.

Tag 1
Ein Plan ist aber nichts anderes als den Zufall durch Irrtum zu ersetzen wie sich zeigen sollte.

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Der abendliche Himmel ließ nichts Gutes für den nächsten Morgen erwarten.

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Pünktlich um 07:00 alles gepackt, bei Aufbruch fängt es an zu regnen. Na super, F-GS Wetter.

Was soll es, wir sind nicht aus Zucker. Was mich mehr verwunderte das Navi suchte schon seit 5 Minuten nach einem Satellitenfix normalerweise ist der nach 30-60 Sekunden da. Nicht schlimm, für die ersten 150km brauche ich kein Navi. Aber auch nach 20min suchte das Teil immer noch nach Satelliten. Der Himmel war zwar bedeckt und es regnete leicht aber das war noch nie ein Problem.

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Die geplante Frühstückslokation haben wir dann auch ohne Navi gefunden.

Da ich ein zweites Navi mitgenommen hatte, dachte ich, kein Problem. Dumm nur das, das Ersatzgerät auch keinen Satelliten finden wollte. Glücklicherweise funktionierte die originale Software einwandfrei, leider konnte ich mit dem nicht auf die geplante Route zugreifen. Also den Zielort eingegeben und dem Teil gesagt kurvenreiche Strecke. Die vorgeschlagenen 250km waren akzeptabel. Route führte uns von Trier bis Konz entlang der Mosel um dann weiter entlang er Saar. Eine sehr schöne Strecke die ich so nicht geplant hatte. Das wir dann aber bis nach Saarlouis geführt wurden war weniger schön.

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Ein Wegpunkt irgendwo in Frankreich verbesserte dann aber die Routenführung.

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Irgendwann kamen wir durch Arracourt, wo solch ein Gerät am Wegesrand stand.

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Die Suche nach einer Tankstelle führte uns dann ein wenig später nach Luneville, wo wir auf dieses bescheidene Gebäude trafen.
Dank Hotzenplotz wissen wir jetzt auch wen es beherbergte.

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So gegen 18:00 erreichten wir unsere Unterkunft. Auf die Einladung auf eine Tour in die Vogesen mit dem Sohn des Hauses verzichteten wir lieber,
535km reichten für heute.

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Das alternative Programm sah auch nicht schlecht aus.

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Unser Zimmer lud auch zum Verweilen ein.

Nach einem gemeinsamen Abendessen mit den Gastgebern und anderen Gästen vielen wir dann erschöpft ins Bett.
Der erste Tag war schon mal gut.
 

M&N_on_Tour

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Tag 2

Wie nicht anders zu erwarten schliefen wir tief und fest. Das Frühstück hatten wir für 08:00 bestellt. Wie auch schon das Abendessen war auch das Frühstück sehr gut. Das man in Frankreich den Kaffee aus Müslischalen trinkt kannten wir schon aus unserem anderen Urlaub. Neben den süßen Sachen stand auch die vorzügliche Käseplatte vom Vorabend auf dem Frühstückstisch. Besser kann ein Tag nicht beginnen. Als dann auch noch das Navi die Satelliten fand, stand der Fortsetzung der Reise nichts mehr im Weg. (eine kleine Änderung in der Config-Datei der IGO Software führte zum Erfolg. Standardmäßig stehen die Kommunikationsparameter mit dem GPS Empfänger auf automatisch, nach Eingabe der Com-Schnittstelle und der Übertragungsrate funktionierte es wieder wie es sollte) Unser heutiges Tagesziel liegt 330km entfernt in der Nähe von Annecy. Die Strecke führte uns Richtung Süden an Besancon vorbei. Wir durchqueren hierbei ein hügliges Gelände am Fuße der Vogesen und des Jura.

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Irgendwann überquerten wir die Doubs. Der Fluß schlängelt sich auf einer längeren Strecke entlang der Schweizer Grenze.

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Der Straßenbelag war teilweise etwas verbesserungswürdig. Zum Nachmittag hin zog sich auch langsam wieder der Himmel zu.

Da wir morgens nicht so zeitig wie geplant aufgebrochen waren und wussten, dass uns am Zielort kein Abendessen erwartet hatten wir einen Zwischenstopp in Oyonnax geplant. Aus unserem letzten Urlaub wussten wir, dass es dort eine Tankstelle und ein goldenes M gibt.

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Oyonnax liegt am Ende einer Verwerfungsfalte des Juragebirges, daher hat man oft das Gefühl in einem weiten Canyon zu fahren.

Nach einem kurzen Boxenstopp ging es weiter Richtung Nantua. Die Wetterlage entwickelte sich auch nicht zum Besseren.IMG_20200816_173406.jpg
Lac de Nantua, der See entstand erst im 16. Jahrhundert durch einen Felssturz, aus diesem Grund erfolgt der Abfluss auch unterirdisch.

Auf dem Bild kann man den weiteren Streckenverlauf nicht erkennen aber erahnen. Die Straße windet sich auf der rechten Seite hinunter zum See um dann auf der linken Flanke in engen Serpentinen wieder aufzusteigen. Als wir unten am See ankamen öffnete der Himmel seine Schleusen die letzten 30km hätte es auch noch trocken bleiben können. Als wir dann in die kleine Strasse (D57) einbiegen wollen überrascht uns dort ein kleines gelbes Schild

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Unter dem Schild stand noch ein kleiner Zusatz, meine Interpretation tendierte zu Sonntags erlaubt. Die Straße erwies sich als wirklich klein und die Spitzkehren als sehr eng. Das es in Strömen regnete machte die Sache nicht wirklich besser. Das kleine Zusatzschild war wohl ein Hinweis darauf, das sich hier auf einer längeren Strecke der Hang in Bewegung gesetzt hatte. Wir konnten jedenfalls um kleine und mittelgroße Steine die auf der Straße lagen Slalom fahren. Nach 3-5km hatten wir dann den Engpass überwunden. Ehrlich gesagt, ungefährlich ist die Kombination Steinschlag und starker Regen nicht.

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der perfekte Parkplatz

Nach einer sehr ausführlichen und energischen Einweisung in Sachen Corona und Hausregeln durften wir dann auf unser gebuchtes Zimmer. Vom Ton her war die junge Dame bestimmt Ausbilder bei der Fremdenlegion.

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Da es inzwischen schon 19:00 Uhr war und es immer noch regnete entschlossen wir, den Abend auf dem Zimmer bei einem Glas Wein ausklingen zu lassen.

Die zurückgelegte Strecke betrug 320km.
 
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M&N_on_Tour

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Da die heute zu erreichende Unterkunft unsere letzte vorgebuchte ist, hatten wir am Vorabend schon mal geschaut wo wir als nächstes Unterschlupf finden könnten. Gerne wären wir in die Nähe von Florac gefahren aber dort war alles ausgebucht, beziehungsweise sprengte es den Rahmen unseres Reisebudgets. Aus der Not heraus buchten wir ein Hotel in Privas für drei Tage mit der Option es kostenlos stornieren zu können.

Tag 3

Uns erwartete zur gewünschten Zeit ein wirklich gutes Frühstück. Es gab sogar Wurst und Schinken. Die resolute junge Frau vom Vortag, war am Morgen wie ausgewechselt. Sie erzählte uns etwas aus ihrem Leben und warum sie so gut Deutsch konnte. Mutter Deutsche, Vater Ungar, aufgewachsen in London dann irgendwann mal nach Frankreich gekommen, das nenne ich mal international. Leider drängte dann aber wieder die Zeit, die heutige Etappe mit 340km ist nicht wirklich kurz. Das Ziel liegt westlich vom Nationalpark Ardeche.

Der erste Teil unserer Fahrt führt über die Hochebene von Hauteville, um dann irgendwann steil in ein Tal abzusteigen.

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Das Vorschaubild verspricht schon mal viel.


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Auch hier handelt es sich um ein Gelände was für das Jura typisch ist.
Eine Schautafel erklärt die Entstehung.

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Diese Abbruchkanten sind schon gigantisch und man fragt sich immer wo geht es hier nun herunter.

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Im Tal kann man die Straße erkennen zu der wir hin wollen.

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Mit dem überqueren der Rhone verlassen wir nun endgültig das Jura.

Die folgenden gefühlten 300km führten uns südlich in einem Bogen um Lyon herum. Diese landwirtschaftlich geprägte ebene Landschaft lädt nicht unbedingt zum Motorradfahren ein. Einzig das am Horizont erkennbare Gebirge versprach Besserung. Hierbei sollte es sich wohl schon um den Naturpark Monts d’Ardèche. Bei Saint-Vallier erreichten wir einen weiteren Fluß. Als ich den Namen lese bin ich ein wenig verwirrt es ist wieder die Rhone.

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Über der Rhone bei Saint-Vallier

Von da an ging es auf kleinen Straßen durch den Naturpark Monts d’Ardèche, Kurve an Kurve näherten wir uns dem Tagesziel.

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Angekommen

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Das Zimmer war modern eingerichtet und sehr groß.

Schnell kam der Gedanke auf, hier könnte man länger bleiben. Als Standort für eine Tagestour würde sich die Gegend auch anbieten. Wir hatten Glück, unser Zimmer war für den morgigen Tag noch nicht vergeben. Da wir kein Abendessen vorgebucht hatten verpflegten wir uns diesen Abend selbst. Unterwegs hatten wir Brot, Käse, Wurst, Schinken und Wein eingekauft. Für den kommenden Abend haben wir dann gerne das Angebot für ein Abendessen angenommen.
Außerdem mussten wir uns noch um die Tour für morgen und unsere nächste Unterkunft kümmern. Die Hoffnung eine Unterkunft in der Nähe von Florac zu bekommen hatten wir inzwischen aufgegeben. Ein Hotel in Millau hätte noch ein Zimmer für zwei Tage frei. Die Bewertungen waren relativ gut und was mir in solchen Städten wichtig ist, der Parkplatz wird nachts abgeschlossen. Warum also nicht.
 

Freerk

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Liest sich gut Markus!
Bin gespannt wie es weitergeht.
Ein Blick auf AirBNB (Web oder App) fördert manchmal klasse Privatunterkünfte zutage. Gastgeber können da sehr niedrigschwellig Unterkünfte anbieten. Gerade auf dem Land gibts manchmal echte Perlen.
 

M&N_on_Tour

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Tag 4

Das Problem mit der doppelten Rhone hatte sich nach einem Blick auf die Karte geklärt. Der Fluß wechselt im seinem Oberlauf dreimal die Fließrichtung um 180°. So wäre es möglich bei einer Fahrt in Ost-West Richtung die Rhone auf einer Strecke von ca. 110km dreimal zu überqueren.

Nach dem Frühstück brachen wir dann zu unserer ersten Tagestour auf. Geplant waren 175km am nördlichen Rande des Nationalparks Cevennen.

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Die Route führt uns durch so ein bewaldetes Mittelgebirge in Richtung Osten bis 15km vor Aubenas.
Von da geht es dann wieder zurück zum Hotel.

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Ein altes Viadukte das selbst nach vielen Jahren noch seinen Zweck erfüllt

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Hier fühlte sich wohl jemand von Hollywood inspiriert

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Mehr als die paar Häuser konnten wir nicht erkennen, aber was noch nicht ist kann ja noch werden

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Schön windet sich die Straße durch das Gelände

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Einer der wenigen grösseren Orte auf der Strecke

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Ganz alleine waren wir dann doch nicht unterwegs, ab und an begegneten uns andere Motorräder

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Besonders breit waren die Strassen nicht, dafür aber sehr kurvig

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Natürlich wurde die engste Stelle im Tal durch eine Burg gesichert

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Zum Ende der Tour öffnete sich die Landschaft wieder

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Am Nachmittag erreichten wir wieder unsere Unterkunft. Die Liegen luden zu einem alternativen Programm ein. Zwei Bier waren zum Zeitpunkt der Aufnahme schon bestellt.

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Und so sieht die gefahrene Strecke auf einer Karte aus.

Aus den geplanten 175km sind dann doch 200km geworden aber jeder Kilometer hat sich heute gelohnt. Normalerweise hätten wir diesen Teil der Chevennen nur passiert um schnell an die Tarn zu kommen. So hat die Planänderung auch was Gutes. Die Tour für morgen steht schon fest es geht an die Tarn.
 

M&N_on_Tour

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Tag 5

Da die heutige Tour nur 175km lang ist, starten wir den Tag etwas gemütlicher. Wir wollen uns für die Tarn etwas mehr Zeit lassen. Von unserer Unterkunft fahren wir erst einmal Richtung Süden um dann ins Tal der Lot abzubiegen. Wir folgen dem Lauf ein kurzes Stück um dann über den Col de Finiels (1541m) bei Le-Pont-de-Montvert die Tarn zu erreichen. Der Pass ist nichts Besonderes, die Nordrampe ist relativ gut ausgebaut da man auf ihr ein Skigebiet erreicht.

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Der Morgen beginnt mit einem typischen französischen Frühstück. Inzwischen haben wir uns schon fast daran gewöhnt. Glücklicherweise war der Kaffee bislang immer sehr gut.

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Chef des Hauses bei der Kaffee Zubereitung

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Nach ein paar Kilometern in Saint-Julien-du-Tournel überragt eine mächtige Burgruine das Tal der Lot. Heute unterquert man in einem Tunnel dieses Bauwerk. Wie der Wegverlauf früher einmal war, konnte man leider nicht mehr erkennen.

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Über diese Brücke, sie liegt unterhalb der Burg, müsste man auch zu dem Pass kommen. Wenn mal jemand vorbei kommt kann er das ja testen.

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Die Straße führt durch weite, mit Felsbrocken übersäte Hochflächen

Irgendwo auf dieser Hochebene entspringt auch die Tarn. Nach überschreiten der Passhöhe wird die Straße schmaler und kurviger, da kaum Verkehr herrschte kamen wir gut voran.

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Aus dieser Perspektive wirkt das Örtchen sehr idyllisch

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Dummerweise entwarfen die Menschen in früheren Zeiten ihre Städte und deren Straßen für Fuhrwerke und Pferde. Wohnmobile, Geländewagen und solche Menschenmassen hatten sie auf jeden Fall nicht auf dem Plan.

Das absolute Chaos, wenn das nun so die nächsten Kilometer weiter geht dann Prost Mahlzeit. Irgendwie haben wir uns dann durch den Verkehr gemogelt, das sind die Augenblicke wo ich unsere Koffer verfluchen könnte. Erstaunlicherweise hörte der Verkehr nach Verlassen der Ortschaft schlagartig auf.

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Das Château de Miral könnte auch irgendwo in Schottland stehen

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Kurz vor Quézac fuhren wir auf die andere Tarn Seite um eine Pause zu machen.

Die Temperatur näherte sich inzwischen langsam aber beständig der 25° Marke und das obwohl es noch nicht mal 10 Uhr war. Wenige Kilometer nach dem wir wieder Fahrt aufgenommen hatten gab es bei dem Örtchen Blajoux wieder die Möglichkeit auf die andere Fluss-Seite zu kommen. Kurz nach dem Abzweig nähert man sich dem Ort Montbrun.

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Die Häuser sind in der Felsformation kaum zu entdecken

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beim näher kommen entdeckt man immer mehr Häuser

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Oberhalb der Siedlung hat man einen tollen Blick auf die Tarn und die gefahrene Strassen

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Auf der Tarn ist mehr los als auf der daneben liegenden Strasse

Da der halbe Weg hinauf auf das Plateau schon geschafft war, entschlossen wir uns ein Stück dort oben zu fahren. Wenn man sich nur wenige Meter vom Rand der Schlucht entfernt, ist von dieser nichts mehr zu sehen.

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Eine fast topfebene Landschaft erwartet einen dort oben.

Bei der nächsten Gelegenheit fuhren wir wieder hinunter zur Schlucht. Bei Sainte-Enimie hielten wir uns rechts. Nach ein paar Kilometern erreicht man Chateau de Castelbouc mit dem gleichnamigen Dorf.

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Man fragt sich was Menschen veranlasst hat an solchen Orten ihre Behausungen zu bauen. Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, der ursprüngliche Weg verlief viel tiefer am Grund der Schlucht. Die heutige Strasse gab es zu jener Zeit noch nicht.

So langsam nahm der Verkehr zu und es machte keinen Spass sich an Pkw- und Wohnmobilkolonnen vorbei zu schlängeln. Nach jedem Fotostopp hatte man danach, wieder die gleichen Fahrzeuge vor sich. Daher jetzt noch ein paar Bilder aus der Bewegung.

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Irgendwann endet auch die schönste Strasse.

Die Tarn begleitete uns bis in die Stadt hinein. Vom Schlucht Ausgang bis Millau sind es weniger als 10km. Nun waren wir gespannt auf unsere Unterkunft. Viel erwarteten wir nicht.

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Uns empfängt ein reiner Zweckbau der sich in einem Einkaufsgebiet am Rande von Millau befindet

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Die Rezeption erinnerte uns an ein Spielhallenhotel in Las Vegas, sowohl vom Farb- und Lichtspiel als auch von der Geräuschkulisse.

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Der Frühstücksbereich machte einen dazu passenden Eindruck.

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Das Zimmer war nicht besonders groß, dafür war der Sanitärbereich größer als erwartet.

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Als wir abends aus dem Fester schauten, ging der Blick hinüber zum Viadukt.
 

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DA wollten wir dieses Jahr drüber fahren......vielleicht nächstes Jahr.
Dein Bericht ist toll, weiter so
 

Freerk

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Tolle Gegend. Bei mir auch schon wieder 9 Jahre her, dass ich mal dort war.
Und das hier sieht wirklich sehr gemütlich aus:

 

M&N_on_Tour

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Tag 6

Die Lage des Hotels erwies sich als perfekt, nach dem die Geschäfte geschlossen waren war es dort absolut still. Im Zimmer ließ sich auch ohne die installierte Klimaanlage aushalten, es reichte aus das große Fenster über Nacht offen stehen zu lassen. Das Motorrad stand sicher auf dem Hof. Heute wollten wir zwei andere Schluchten in den Cevennen befahren. Millau bietet sich förmlich an um diese Gegend zu erkunden. Der Plan war, durch das Tal der Dourbier Richtung Süden zu fahren, dann einen Abstecher auf den Pic de Aigoual zu machen, von da aus wieder hinunter ins Tal. Dieser Teil der Tour versprach sehr schön zu werden. Über den Col du Pas und den Col de l'Espinas geht es dann Richtung Norden. Diese Pässe sind zwar nicht besonders hoch, beide bleiben unter 1000m, bieten aber Kurven ohne Ende. Um das Tal der Jonte zu erreichen sind dann noch einige weitere Pässe zu queren. Alle diese Pässe verbinden zum Teil kleinste Täler. Bei Meyrueis erreichen wir dann die Schlucht der Jonte der wir bis Le Rozier folgen werden. Dort fließt sie dann in die Tarn. Da wir diesen Teil der Strecke schon gestern gefahren sind verlassen wir dort die Schlucht, und überqueren das Hochplateau um direkt Richtung Millau zu fahren.

Da der gestrige Tag schon Temperaturen nahe der 30° brachte und die Wettervorhersage eher höhere als tiefere Temperaturen versprach wollten, wir früh aufbrechen um noch die kühlen Morgenstunden zu genießen. Da es im Hotel erst ab 8:30 ein Frühstück gab, hatten wir uns schon am Vortag mit allem was man für ein Picknick braucht eingedeckt. Die Überlegung früh aufzubrechen war vom Prinzip genau richtig. Da wir aber Richtung Osten fuhren waren die ersten Kilometer weniger schön zu fahren, wir schauten genau in die aufgehende Sonne.

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Die Dourbier Schlucht ist nicht ganz so eng und imposant wie die der Tarn dafür aber auch nicht so überlaufen

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Auch hier wurden kleinste Flächen zur Bebauung genutzt

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Frühstück unterwegs

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mal nicht auf das Navi geachtet und 5km einfach der Strasse gefolgt, ein toller Platz für eine Pause

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Solche Wolkenformationen kennen wir von den Kanaren (Passatwolken) oder auch in Kapstadt dort Tischtuchwolken genannt. Auf der Rückseite dieser Wolken ist das Wetter im besten Fall nur schlecht.

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In die andere Richtung sah es dafür aber umso besser aus, dummerweise kamen wir aus dieser Richtung und mussten aber in die andere.

Wir fuhren also weiter bis wir L'Espérou von dort aus sollte es hinauf zum Mont Aigoual gehen. Laut Reiseführer ist er mit 1567m der zweit höchste Berg der Cevennen. Da er Gipfel nicht bewaldet ist soll man von ihm ein Viertel der Fläche Frankreichs überblicken können. Soweit die Theorie.

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So soll es dort oben aussehen

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Das können wir nun nicht direkt bestätigen aber wir waren wenigsten nicht die einzigen die hier stranden würden

Geplant war auf einer kleinen Nebenstrasse (D268) wieder hinab auf die Hauptroute zu gelangen. Da sich der Nebel eher verdichtete als sich aufzulösen und auch der Wind war hier oben sehr heftig wütete wurde diese Option direkt verworfen. Die Temperatur war mittlerer Weile auf 5° C gefallen. Dann gab es noch die Möglichkeit direkt hinüber zur Jonte zu fahren. Dann würden wir aber die schönsten Streckenabschnitte (Kurven) auslassen. Da wir ca. 500 Höhenmeter durch die Wolken gefahren waren und es darunter relativ schön war, beschlossen wir wieder hinunter nach L'Espérou zu fahren, von dort gab es auch noch eine andere Möglichkeit wieder nach Millau zurückzukommen.

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Von fahren kann man bei dieser Sichtweite, geschätzt weniger als 10 m, nicht sprechen

Unten im Ort, glücklich angelangt, entwickelte sich das Wetter wie erwartet. Über uns eine dichte Wolkendecke erstaunlicherweise kein Regen. Es sprach also nichts dagegen wieder dem ursprünglichen Plan weiter zu verfolgen. Wer mich näher kennt wird sich nicht wundern, umkehren und Aufgeben war noch nie mein Ding. Wie erwartet folgte nun ein Kurvengeschlängel vom feinsten. Die Radien der Kurven waren perfekt. Kehren, Kurven und Graden lösten sich über zig Kilometer ab. Da haben wir habe glatt vergessen Fotos zu machen.

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Hinauf ging es dann wieder auf kleineren Straßen, bei Gegenverkehr wird es dann etwas enger.

Bewundert haben wir immer wieder die Postfahrer mit ihren kleinen Berligo oder ähnlich, wie die diese Straßen fahren, atemberaubend. Wenn eines dieser Fahrzeuge im Rückspiegel auftauchte haben wir ihn schnell vorbei gelassen, die wollen ja auch mal Feierabend haben.

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Das Wetter war inzwischen wieder sehr schön, die Temperatur erreichte schon wieder mehr als 20° als wir die Jonte erreichten.

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ab geht es in die Schlucht

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Angeblich gibt es eine Geier Population in dieser Schlucht, wir konnten keine entdecken.

P1150179.JPG
In der Schlucht

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bei Le Rozier haben wir das Tal wie geplant verlassen, rechts oben sieht man den Ausgang der Schlucht

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Am Ende der Tour weist uns das Viadukt von Millau den Weg zum Hotel

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Wir können eine Tour abseits der Tarn nur empfehlen, wir waren heute insgesamt 230km unterwegs.
 
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Nun waren wir schon eine Woche unterwegs und hatten sehr viele schöne Situationen erleben dürfen. Die Unterkunftssuche erwies sich immer noch als schwierig. Das Angebot an Unterkünften die für uns in Frage kamen war nicht besonders groß. Unsere weitere Planung sah vor, weiter Richtung Osten zu fahren um dann entlang der Route de Grand Alps wieder nach Norden zu kommen. Die nächste Etappe brachte uns an das Ufer der Rhone. In irgendein verschlafenes Nest namens Roquemaure.

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Das Motorrad wird mal wieder reisefertig gemacht.

Beim Herausgehen fällt mein Blick noch auf einen Flyer. Das Hotel ist mit einem umweltfreundlichen Energieversorgungssystem ausgestattet, das eine Solarwarmwasseranlage, eine Wärmepumpe und eine Regenwasserrecyclinganlage umfasst. Damit hatte ich nun nicht gerechnet.
Die ersten Kilometer gingen wieder durch die Schlucht der Dourbier. Die Lichtverhältnisse waren auf Grund des späteren Aufbruchs viel besser, auch um Fotos zu machen.

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Die Bilder entstanden in der Schlucht.

Nach 40km verließen wir die Schlucht Richtung Süden. Nach ca. 35km sollten wir dort auf den Cirque Navacelles treffen. Bilder hatten wir davon schon öfter gesehen, mal schauen wie es im Original aussieht. Die Strecke dort hin führte mal wieder völlig unspektakulär über eine Hochebene.

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Geparkt wurde etwas abseits der Strasse. Obwohl wir nur wenige Meter vom diesem Naturspektakel entfernt stehen sieht man nichts.

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Wenn man sich dann an die Abbruchkante begibt, eröffnet sich dieser atemberaubende Ausblick. Hier hat der kleine Fluß Vis in tausenden Jahren eine Flussschleife in den Karst gefräst. Heute ist diese Schleife wieder verlandet. In der Mitte ist blieb ein dreieckiger Felsblock stehen.

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Die Vis fließt inzwischen als kleiner Bach einfach gerade aus. Erstaunlicherweise trafen wir hier oben auf maximal 10 Personen.

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Dieser schöne Ort lud förmlich zum Frühstücken ein.

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Es gibt tatsächlich eine Straße die hier hinab führt. Am Gegenhang kann man die Straße erkennen die wieder hinaufführt.

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Viel Platz ist hier nicht vorhanden

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Es geht weiter hinunter

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Nun stehen wir unten in der Schleife, das grüne Band ist der verlandete ehemalige Flusslauf. Auf der rechten Seite der stehengebliebene Felsblock. Gerade aus, die Felswand in der wir gerade herunter gefahren sind. Man muß sich schon anstrengen, um dort die Straße zu entdecken die wir herunter gekommen sind. Man fragt sich, wie mögen die Menschen hier vor 100-200 Jahren gelebt haben.

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Wer hinunter fährt muß dann auch irgend wann mal wieder rauf.

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Um dann doch nach 10 km wieder hinab ins Tal der Vis zu fahren.

Dieser folgen wir bis Ganges, hier fließt sie dann in den Hérault einen weiteren Fluss der von Norden her aus dem Karstgebierge fließt. Ganges war einmal das Zentrum der Seidenproduktion in Frankreich. Auch wir verlassen nun das Gebirge. Wir fahren einmal mehr in die weite Ebene der Rhone. Diese wird hier großflächig zum Weinanbau genutzt. Weine dieser Gegend dürfen die Bezeichnung „ Côtes du Rhône“ tragen.

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Die restlichen Kilometer ging es auf landwirtschaftlichen Wegen durch solch eine Landschaft.

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Unsere nächste Unterkunft, von außen hat sie einen morbiden Charme, das Motorrad durfte später hinter das grüne Tor.

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Wie so oft in Frankreich, sollte man sich von dem äußeren nicht leiten lassen

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Dieser Aufstieg muß mit Gepäck bewältigt werden

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Aber dann erwartet einen ein gemütliches Zimmer

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Mit viel Stauraum

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Als Filmkulisse wäre diese Stadt auch zu gebrauchen

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Der geflutete Wallgraben und die Wehrtürme lassen darauf schließen, das diese Stadt einmal bedeutender war

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Die gefahrene Strecke betrug heute 220km
 
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